„Das Mensch-Tier-Verhältnis hat sich in den vergangenen Jahren umfassend gewandelt.“ In der Buchpublikation „Haben Tiere Rechte?“ der Bundeszentrale für politische Bildung befassen sich gut 30 Autorinnen und Autoren mit den zahlreichen Aspekten der Mensch-Tier-Beziehung durch die Jahrhunderte.
Projekt: Bildredaktion und -recherche für Bildungspublikation Schriftenreihe der bpb, Beratung, gesellschaftliche Themen und Tierrechte;
Fertigstellung: 9/2019
Auftraggeber: Bundeszentrale für politische Bildung – bpb, Berlin / https://www.bpb.de
Herausgeber*innen: Elke Diehl und Jens Tuider,
Seiten: 412, Hardcover
Shop: https://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/297138/haben-tiere-rechte
Das Thema Tierrechte steht nicht erst seit gestern in der öffentlichen Diskussion. Auch zahlreiche Philosophen und Denker früher Jahrhunderte haben sich mehr oder weniger ausgiebig mit der Frage befasst, wie der Mensch seine Beziehung zum Tierreich gestalten sollte und wo er dabei steht. Haben Tiere eine Seele? Fühlen und denke Sie wie wir? Oder sind sie, – wie es die Ansicht Descartes nahelegt – doch nur willenlose Automaten, die dem Menschen zur Verfügung stehen sollten und über keinerlei eigenes Empfinden verfügen?
Der in jeder Hinsicht gewichtige Schriftenreihe-Band „Haben Tiere Rechte?“ legt komplexe Zusammenhänge der Mensch-Tier-Beziehung dar und beleuchtet diese in einem interdisziplinären Rahmen, was zum Diskurs über notwendige Entwicklungen beitragen soll.
Im ersten Teil des Publikation befassen sich die Autor*innen mit dem Mensch-Tierbild verschiedener Epochen. Dabei wird schnell klar, dass Menschen sich schon immer Gedanken um die Bedeutung der Tiere im Kontext der eigenen Existenz gemacht haben und zu sehr unterschiedlichen Auffassungen kamen. Sind Tiere schmerz- und leidensfähig und haben sie ein Recht auf Unversehrtheit? Welche Wertmaßstäbe müssen gelten und welche Verpflichtungen hat und hatte der Mensch gegenüber Tieren?
Der zweite Teil befasst sich dementsprechend mit den Themen der Tiernutzung durch Menschen und beleuchtet verschiedene Modelle von der Massentierhaltung bis zur symbiotischen Landwirtschaft. Dabei wirft besonders das Spannungsverhältnis in der Nutztierhaltung Fragen auf, die heute immer mehr Menschen beschäftigen.
Abschließen erhalten Leser im dritten Teil Einblicke in die Forschung, die sich mit kognitiven Fähigkeiten von Tieren befasst. Hier finden sich neuere Erkenntnisse der Verhaltensforschung, die viel Diskussionsstoff liefern.
Zielsetzung bei der Bildrecherche
Ziel war es, eine Bildauswahl zu treffen, die das sehr komplexe und vielfältige Themengebiet „Tierrechte“ möglichst breit abdeckt, ohne dabei auf gängige Klischees und idealisierende Standard-Abbildungen zurückzugreifen. So fiel die Auswahl für das Titelbild beispielsweise nach langer Diskussion auf ein Motiv von P. Mathews: „The Trial of Bill Burns Under Martin’s Act“ aus dem Jahr 1838 (ca.), weil dieses Bild erstmals in recht spektakulärer Weise und sehr detailliert das Thema der Tierrechte aus juristischer Sicht behandelt – und noch dazu eine reale Gegebenheit abbildet.