Keyword not provided: Vom freien Web zur Google Paid Search

Google stellt seine Keyword-Politik um: Die verschlüsselte Suche verhindert ab sofort die nutzerbezogene Übermittlung der Such-Keywords an den Analytics-Account der Seitenbetreiber.

Ab heute treten neue Veränderungen bei Google in Kraft, die so manchen SEO-Berater überraschen mögen – zumal das US-Unternehmen sie nicht angekündigt hat. Wer die umfangreichen Optimierungen der Google-Dienste insbesondere im Bereich Paid Search in den letzten Monaten verfolgt hat, dürfte sich allerdings kaum wundern. Der Internetriese hat die nutzerbezogenen Such-Keywords aus Analytics verschwinden lassen. Stattdessen liest man hinter seinen Quellen-Auswertungen zum Thema Keyword ein freundliches „(not provided)“ sobald der Nutzer über Google auf die Website einsteigt. Filtert der Suchdienst also wirklich alle Daten aus? Das zu glauben, wäre sicher sehr naiv.

Google Paid Search: Keyword not-provided

Was Google als „Extra-Protection“ für seine Nutzer verkauft ist selbstverständlich nichts anderes, als eine sehr kluge und geschickte Vermarktung der Google-Adwords-Dienste und wie immer traten auch diese Veränderungen schleichend ein. Seit 2011 vermehrt sich die „(not provided)“ Anzeige bereits, bis sie im August 2013 in manchen Branchen sogar auf über 50% angestiegen war.

Das HTTPS-Protokoll, das bereits seit 2011 für eingeloggte Google-Nutzer zur Anwendung kommt, sorgt dafür, dass die Übermittlung der Keyword-Daten an Seitenbetreiber unterbunden wird. Nutzer der Chrome Omnibox sind seit Anfang 2013 ebenfalls in diese Praktik eingeschlossen. Unternehmen, die ihre Keyword-Optimierung auf Grundlage dieser Auswertungen betrieben haben und ihre Besucher anhand deren Suchen kategorisierten, haben jetzt also Pech. Nutzer zielgruppenspezifischer Adwords-Werbemaßnahmen erhalten dagegen immernoch aufschlussreichen Einblick in die Keywords ihrer Besucher.

Ein mit Google Webmaster Tools und Adsense verknüpfter Analytics Account lässt aber zumindest User- und Klick-Trends erkennen. Wer seinen Content also für die Wünsche seiner Nutzer optimieren möchte, ist damit immernoch gut beraten. Und natürlich kann man immer auch einen aufschlussreichen Blick auf die meist angeklickten Landing-Pages richten und damit auf die Interessen seiner Nutzer schließen.

Im Großen und Ganzen hat Google damit keinen unerwarteten Schritt getan. Man will das Unternehmen weiterhin profitabel führen. Erstaunlich war bisher nur, dass viele Firmen eher bereit waren, sehr viel Zeit in teilweise sogar unlautere SEO-Praktiken zu investieren, anstatt in vernünftig ausgerichtetes und gut konzeptioniertes Onlinemarketing zu investieren. Es war sicher noch nie ein Geheimnis: Wer bei Google ganz oben stehen will, der muss in der Regel bezahlen, ein Trend, der sich in Zukunft noch deutlich verstärken könnte.